Amazon verschärft Anforderungen für Prime‑Lieferungen
Seit dem 07.09.2026 gelten neue Regeln für Prime‑Produkte. Die Anpassung betrifft alle Händlergruppen: Amazon Retail, FBA‑Nutzer und Seller mit eigenem Versand. Ziel der Änderung ist ein schnelleres Liefererlebnis innerhalb der europäischen Stores.
Hintergrund der Anpassung
Die neuen Vorgaben sollen sicherstellen, dass Prime‑Bestellungen die erwartete Geschwindigkeit erreichen. Laut SellerCentral sollen die Lieferzeiten weiterhin dem Standard entsprechen, den Prime‑Mitglieder gewohnt sind. Die bisherigen Quoten werden dafür angehoben.
Amazon definiert konkrete Werte für Standardgrößen und niedrigpreisige Produkte. Die Anforderungen steigen im Vergleich zu den bisherigen Vorgaben.
- Prime‑Lieferziele — 15 % innerhalb von 1 Tag, 50 % innerhalb von 2 Tagen, 80 % innerhalb von 4 Tagen
Diese Quoten bilden die Grundlage für die Bewertung der Liefergeschwindigkeit.
Folgen für Händlerinnen und Händler
Amazon empfiehlt, die eigene Lieferperformance zu prüfen. Wenn die aktuellen Abläufe nicht zu den neuen Quoten passen, müssen Prozesse angepasst werden. Dazu gehört die Analyse der hinterlegten Versandzeiten und die Bewertung der tatsächlichen Liefergeschwindigkeit.
Besonders auffällig ist die Situation rund um FBA. Viele Seller gehen davon aus, dass Amazon Verzögerungen vollständig verantwortet. Doch die Prime‑Bewertung berücksichtigt auch verspätete FBA‑Sendungen. Dadurch entsteht eine Verantwortung, ohne dass Seller die Geschwindigkeit selbst steuern können.
Kritik an der FBA‑Bewertung
In den Kommentaren zur Ankündigung wird die FBA‑Thematik deutlich kritisiert. Seller weisen darauf hin, dass sie keinen Einfluss auf die Versandgeschwindigkeit haben, wenn Amazon Lagerung, Verpackung und Versand übernimmt. Trotzdem fließen verspätete FBA‑Lieferungen in die Prime‑Performance ein. Als einzige Stellschraube bleibt die Verfügbarkeit und Verteilung der Bestände. Wer Engpässe vermeidet, kann Verzögerungen reduzieren. Mehr Einfluss besteht nicht.
Wichtige Schritte für Seller
Die neuen Prime‑Regeln verlangen eine genaue Prüfung der eigenen Abläufe. Entscheidend ist, ob die Liefergeschwindigkeit den neuen Quoten entspricht und ob die Lagerbestände ausreichend verteilt sind.
Seller sollten sich besonders mit folgenden Bereichen befassen:
- Lieferperformance prüfen — Versandzeiten, Lagerverfügbarkeit, Prozessgeschwindigkeit
- FBA‑Bestände verwalten — Verteilung der Produkte in Amazons Lagern
- Prime‑Anforderungen vergleichen — Abgleich der eigenen Daten mit den neuen Zielwerten
Die neuen Vorgaben erhöhen den Druck auf schnelle Lieferungen. Besonders die Bewertung von FBA‑Sendungen sorgt für Diskussionen, da Seller hier kaum Einfluss haben. Die Anpassung der Prozesse und die Optimierung der Bestände werden daher wichtiger.
