DHL warnt vor rechtlichen Hürden beim Reparaturversand
Ab August gilt in Deutschland das neue Recht auf Reparatur. Defekte Geräte sollen nicht sofort entsorgt werden, sondern länger genutzt werden können. Reparaturen sollen dadurch leichter zugänglich werden. Doch ein Punkt könnte die Umsetzung bremsen: der Versandweg zu Werkstätten.
Warum der Paketversand eine zentrale Rolle spielt
Für Reparaturen müssen Geräte oder Bauteile transportiert werden. DHL betont, dass Pakete dafür die praktikabelste Lösung sind. Bei großen Haushaltsgeräten würden Verbraucher meist nur einzelne defekte Teile verschicken. Bei kleineren Geräten wie Smartphones wäre dagegen der Versand des gesamten Geräts üblich. Pakete seien kostengünstig, einfach und oft die umweltfreundlichere Option im Vergleich zu Abholservices.
Typische Versandwege bei Reparaturen
- Versand einzelner Bauteile bei Großgeräten
- Hin‑ und Rückversand kompletter Kleingeräte
DHL sieht ein Problem im aktuellen Abfallrecht. Der Abfallbegriff im Kreislaufwirtschaftsgesetz ist sehr weit gefasst. Als Abfall gilt bereits ein Gegenstand, den jemand loswerden will oder möglicherweise nicht weiter nutzt. Dadurch könnten Reparaturgeräte rechtlich als Abfall eingestuft werden – selbst wenn sie im Alltag nicht als solcher gelten.
Für Paketdienste hätte das Folgen: zusätzliche Anzeige‑, Genehmigungs‑ und Kennzeichnungspflichten. Im Massengeschäft wären solche Anforderungen kaum umsetzbar.
Gesetzesentwurf ohne Lösung für die Logistik
Der Regierungsentwurf zur Umsetzung der EU‑Richtlinie 2024/1799 konzentriert sich auf das Kaufrecht und verpflichtet Hersteller zur Reparatur. Die Logistik bleibt unberührt. DHL schlug vor, im Kreislaufwirtschaftsgesetz klarzustellen, dass Gegenstände, die nach § 479b BGB zur Reparatur eingesendet werden, nicht als Abfall gelten. Diese Ergänzung fehlt jedoch im verabschiedeten Gesetz.
Unsicherheit für Händler und Werkstätten
Für Händler, die Reparaturen anbieten oder Kund:innen an Werkstätten weiterleiten, bleibt die Lage unklar. Sollte die Abfalldefinition in der Praxis so ausgelegt werden wie von DHL befürchtet, könnten zusätzliche Bürokratie, höhere Kosten und längere Bearbeitungszeiten entstehen. Das würde den Zweck des neuen Rechts schwächen: Produkte länger im Umlauf zu halten und Reparaturen attraktiver zu machen.
