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Temu stärkt seine IP‑Kontrollen unter europäischem Regulierungsdruck

Temu steht seit Mai 2026 unter erheblichem regulatorischem Druck. Die EU‑Kommission verhängte eine Strafe von 200 Millionen Euro. Grund waren Risiken durch illegale Produkte, die laut Kommission nicht ausreichend bewertet wurden. Testkäufe zeigten deutliche Mängel. Viele Ladegeräte bestanden grundlegende Sicherheitstests nicht. Baby‑Spielzeug überschritt teils gesetzliche Chemikalien‑Grenzwerte.

Bis zum 28. August 2026 muss Temu einen Aktionsplan vorlegen. Vor diesem Hintergrund gewinnt der aktuelle IP‑Bericht an Bedeutung. Er dient nicht nur der Dokumentation technischer Fortschritte, sondern auch als Signal an Regulierer und Markeninhaber.

Stark ausgebaute Markenüberwachung

Die Plattform meldet eine deutliche Ausweitung ihrer Schutzmechanismen. Temu überwacht inzwischen mehr als 15.000 Marken. Das ist eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Die Erkennungsdatenbank umfasst über 47 Millionen Bilder und 9,5 Millionen Keywords. Vor allem die Bildabdeckung wurde massiv erweitert.

Das Verhältnis proaktiver zu reaktiven Takedowns liegt nun bei 331:1. Beschwerden zu geistigem Eigentum bearbeitet Temu im Durchschnitt innerhalb von 24 Stunden.

Kontrollen vor der Produktlistung

Ein zentraler Teil der Maßnahmen setzt beim Einstieg neuer Verkäufer an. Mehr als 40 Prozent der Anträge wurden abgelehnt, weil die Verifizierung nicht bestanden wurde. Zusätzlich entfernte Temu über 16.000 Shops wegen wiederholter Marken- oder Urheberrechtsverstöße.

Jedes Produktangebot wird vor der Veröffentlichung mit der Erkennungsdatenbank abgeglichen. Danach folgt eine kontinuierliche Überwachung. Täglich blockiert Temu mehr als 80.000 Suchanfragen nach Begriffen wie „Fälschung“ oder „1:1‑Kopie“.

Kooperationen als Teil der Markenschutz‑Strategie

Temu setzt verstärkt auf Zusammenarbeit. Über die Brand Guardian Initiative kooperiert die Plattform mit mehr als 3.000 Marken. Rund 500 davon sind kleine und mittlere Unternehmen. Die Teilnahme ist auch für Marken möglich, die nicht auf Temu verkaufen.

Zusätzlich arbeitet Temu mit über 130 Branchenverbänden zusammen. Seit April 2026 gehört dazu die International Anti‑Counterfeiting Coalition.

Zentrale Kennzahlen der IP‑Maßnahmen

  • Überwachung von mehr als 15.000 Marken
  • Erkennungsdatenbank mit über 47 Mio. Bildern und 9,5 Mio. Keywords
  • Verhältnis proaktiver Takedowns: 331:1
  • Ø 24 Stunden Bearbeitungszeit bei Beschwerden
  • Über 40 % abgelehnte Seller‑Anträge
  • Mehr als 16.000 geschlossene Shops
  • Täglich über 80.000 blockierte Suchanfragen

Temus Positionierung im europäischen Markt

Der Bericht zeigt eine klare Richtung: Temu will sich als proaktiver Akteur im Markenschutz positionieren. Gleichzeitig steht die Plattform unter politischem und wirtschaftlichem Druck. Die Kombination aus verschärften Kontrollen, automatisierten Takedowns und erweiterten Kooperationen soll die Anforderungen der EU erfüllen und Vertrauen bei Markeninhabern stärken.