Marktplätze

Galeria sichert Millionenfinanzierung – Sanierungsplan bringt neue Risiken

Galeria erhält eine Finanzierung von bis zu 160 Millionen Euro. Der Kredit soll den Warenhauskonzern bis 2029 absichern. Trotz der Zusage bleibt die Lage angespannt. Der Sanierungsplan sieht harte Prüfungen für das gesamte Filialnetz vor.

Kredit gegen Ware: Rolle von Gordon Brothers

Die Mittel stammen von Gordon Brothers. Die Investmentgesellschaft ist Galeria aus früheren Abverkäufen bekannt. Der Kredit wird durch Warenbestände abgesichert. Grundlage ist ein Gutachten von AlixPartners. Es bewertet die wirtschaftliche Situation und bildet die Basis für den Sanierungsplan.

Der Sanierungsplan läuft über drei Jahre. Jede Filiale wird einzeln geprüft. Standorte ohne tragfähige Perspektive könnten schließen. Galeria‑Chef Tilo Hellenbock kündigt Gespräche mit Vermietern über niedrigere Mieten und flexiblere Verträge an.

Faktoren, die über den Fortbestand einzelner Filialen entscheiden

  • Wirtschaftlichkeit der Standorte
  • Ergebnis der Mietverhandlungen
  • Prüfung früherer Filialstandorte für mögliche Wiedereröffnungen

Diese Punkte bestimmen, wie groß das Filialnetz künftig sein kann. Rund 30 der 83 Häuser gelten als besonders gefährdet.

Belastungen durch alte Kredite und offene Mieten

Ein Teil des neuen Geldes wird sofort benötigt. Ein Kredit von Bain Capital soll abgelöst werden. Es geht um rund 80 Millionen Euro. Dazu kommen offene Mietzahlungen. Einige Vermieter berichten von beglichenen Rückständen, andere von weiterhin offenen Monatsmieten. Galeria verweist auf Liquiditätsschwankungen und bat Vermieter um Stundungen.

Neben Krediten und Mieten braucht Galeria Geld für neue Ware. Die Bestellung für die Herbst‑ und Wintersaison steht an. Um Umsätze zu steigern, setzte das Unternehmen zuletzt auf große Rabattaktionen.

Gewinnziel für das Geschäftsjahr 2026/27

Finanzvorstand Norman Krotten sieht Fortschritte. Die Grundlage für die Neuausrichtung sei geschaffen. Galeria will im kommenden Geschäftsjahr operativ profitabel arbeiten.

Miteigentümer Bernd Beetz bleibt vorsichtig. Der Kredit sichere den kurzfristigen Fortbestand, doch die Rahmenbedingungen seien schwierig. Er fordert gemeinsame Lösungen mit Politik und Vermietern. Beetz betont, dass Städte ohne Galeria an Attraktivität verlieren würden.

Beschäftigte weiterhin im Risiko

Galeria beschäftigt rund 12.000 Menschen. Anfang 2024 meldete der Konzern zum dritten Mal in vier Jahren Insolvenz an. Grund war unter anderem die Schieflage des früheren Mutterkonzerns Signa.

Im Sommer 2024 wurden neun Filialen geschlossen. Heute gehört Galeria der US‑Gesellschaft NRDC und einer Beteiligungsfirma von Beetz. Durch neue Mietvereinbarungen konnte die Kostenlast gesenkt werden.