Fishnet Rückspiegel für Juni 2026
Die wichtigsten Ereignisse für Versandhändler im Überblick
Der Juni 2026 war kein ruhiger Monat. Neue Plattformregeln bei Amazon, ein handfester Sicherheitsnotfall bei Shopware, Millionenstrafen für Temu und Shein und ein wichtiger Rechtswechsel beim Widerrufsbutton — viel davon mit unmittelbarer Relevanz für den Alltag im Onlinehandel.
Marktplätze
Amazon: „Add to Delivery“ kommt nach Europa
Amazon kündigt an, die Funktion zum nachträglichen Hinzufügen von Artikeln zu einer laufenden Bestellung noch in diesem Jahr in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien zu starten. Prime-Mitglieder können damit Artikel ohne erneuten Checkout zu offenen Lieferungen ergänzen — sofern die ursprüngliche Bestellung noch nicht unterwegs ist. Für Händler bedeutet das: höhere Wahrscheinlichkeit, dass Kunden Impulskäufe direkt an bestehende Sendungen anhängen.
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Amazon: Verschärfte Kontrolle bei Bearbeitungszeiten
Ab dem 29. Juni 2026 überwacht Amazon jede SKU über einen 30-Tage-Zeitraum. Wer dauerhaft schneller versendet als eingetragen, muss die Angaben korrigieren — sonst übernimmt Amazon die Verwaltung der Bearbeitungszeit für 180 Tage. Amazon begründet das damit, dass 87 % der US-Seller innerhalb eines Tages versenden, aber längere Zeiten hinterlegen. Die Regel gilt zunächst nur in den USA, ein internationales Rollout wäre jedoch dem Muster früherer Anpassungen entsprechend.
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Kaufland: Spanien und Niederlande kommen dazu
Für den Spätsommer 2026 kündigt Kaufland den Start in Spanien und den Niederlanden an. Damit wächst das Marktplatznetzwerk auf potenziell 220 Millionen Online-Kunden. Das internationale Geschäft legte laut Kaufland im Geschäftsjahr 2025 um 124 % zu. Händler, die nach Deutschland weitere Kaufland-Märkte nutzen, erzielen laut Unternehmensangaben im Schnitt 70 % mehr Umsatz — wobei zusätzliche Märkte auch zusätzliche Anforderungen bei Übersetzung, Logistik und Rechtstexten mitbringen.
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Otto: Polen-Pilotprogramm gestartet
Otto erweitert seinen Marktplatz mit einem Pilotprogramm in Polen. Für Händler, die ohnehin bereits in der DACH-Region aktiv sind, könnte das ein weiterer Kanal mit überschaubarem Zusatzaufwand sein.
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eBay: Neue Gebührenstruktur 2026
eBay führt einheitliche Gebührensätze ein und schafft gleichzeitig Vorteile für Re-Commerce-Verkäufer. Daneben werden die Service-Regeln für Händler verschärft.
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Regulierung & Recht
Widerrufsbutton: Stichtag 19. Juni 2026
Seit dem 19. Juni 2026 ist die elektronische Widerrufsfunktion im Online-Shop gesetzlich vorgeschrieben. Alle Händler, die Verträge mit Verbrauchern abschließen und ein gesetzliches Widerrufsrecht gewähren müssen, sind betroffen — unabhängig von der Unternehmensgröße. Die Funktion muss klar auffindbar, eindeutig beschriftet und jederzeit verfügbar sein. Begriffe wie „Stornieren“ gelten als zu unklar; zulässig ist etwa „Vertrag widerrufen“.
Temu: 200-Millionen-Euro-Strafe wegen illegaler Produkte
Die EU-Kommission hat gegen Temu eine Strafe von 200 Millionen Euro verhängt. Begründung: illegale Produkte auf der Plattform. Das Signal ist eindeutig — die Behörden nehmen die Durchsetzung des DSA gegenüber großen Plattformen ernst.
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Shein: Erneute Millionenstrafe in Frankreich
Frankreich geht nach einer ersten Strafe ein weiteres Mal gegen Shein vor. Das Muster von Strafen gegen chinesische Fast-Fashion-Anbieter setzt sich damit konsequent fort.
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EU: Rückzieher bei Bevollmächtigten
Die EU hat die geplante Pflicht zur Benennung von EU-Bevollmächtigten für Nicht-EU-Händler vorerst zurückgezogen — Entlastung für Händler gilt damit bis mindestens 2035. Für EU-ansässige Händler hat sich damit kurzfristig nichts geändert.
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EuGH: Neue Maßstäbe bei DSGVO-Auskunftsanfragen
Der Europäische Gerichtshof hat neue Kriterien für den Umgang mit missbräuchlichen DSGVO-Auskunftsanfragen festgelegt. Händler, die regelmäßig mit solchen Anfragen konfrontiert sind, sollten die Entscheidung im Blick behalten.
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Versand & Logistik
DHL stellt GoGreen ein
DHL beendet das bekannte GoGreen-Programm. Hintergrund sind neue EU-Anforderungen, die den bisherigen Ansatz nicht mehr zulassen. Ein Nachfolgeprogramm wird entwickelt. Händler, die GoGreen bisher in ihrer Kommunikation genutzt haben, müssen ihre Produktseiten und Marketingtexte anpassen.
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DPD: Digitaler Pickup Pass
DPD führt einen digitalen Pickup Pass per QR-Code ein. Kunden können Pakete damit ohne physischen Ausweis oder Papierschein abholen. Für Händler, die DPD-Abholstellen als Zustelloption anbieten, ist das eine relevante Änderung im Kundenerlebnis.
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Deutsche Post: Preisfalle beim Nachsendeservice
Beim Nachsendeservice der Deutschen Post gibt es eine Preisfalle, über die Händler und Kunden informiert sein sollten. Wer den Dienst nutzt oder empfiehlt, sollte die aktuellen Konditionen genau prüfen.
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Deutsche Post: Neue Briefvorgaben ab 2027
Die Deutsche Post kündigt neue Anforderungen für Briefe an, die ab 2027 gelten werden. Händler, die noch regelmäßig Briefe versenden, sollten die Änderungen frühzeitig einplanen.
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DHL-Studie: Strategie vs. Kundenverhalten
Eine aktuelle DHL-Studie zeigt eine Lücke zwischen den E-Commerce-Strategien von Händlern und den tatsächlichen Kaufgewohnheiten ihrer Kunden. Die Befunde eignen sich als Grundlage für die Überprüfung der eigenen Versandstrategie.
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Sicherheit & Technik
Shopware 6.7.x: Kritische Sicherheitslücke — Update dringend nötig
In den Drittanbieter-Komponenten Twig und Symfony — dem Fundament von Shopware 6 — wurden kritische Sicherheitslücken entdeckt. Die schwerwiegendste trägt die Einstufung „Critical“ und würde einem Angreifer unter bestimmten Umständen ermöglichen, eigenen Code auf dem Server auszuführen. Das sogenannte Security-Updates-Plugin von Shopware schließt diese Lücken ausdrücklich nicht. Erforderlich ist ein Update auf Shopware 6.7.10.2. Alle Shopware-6-Shops der 6.7er-Reihe unterhalb dieser Version sind betroffen. Das Update sollte durch eine Agentur mit vorheriger Prüfung auf Plugin-Kompatibilität und Test in einer Staging-Umgebung durchgeführt werden.
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BSI: KI verändert die Cyberbedrohungslage
Eine neue Analyse des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik zeigt, wie KI-basierte Angriffsmethoden die Bedrohungslage für Unternehmen verändern. Für Händler, die sensible Kundendaten verarbeiten, ist die Einschätzung des BSI eine relevante Orientierung.
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Google Wallet: PayPal-Integration eingestellt
Seit dem 16. Juni 2026 sind alle PayPal-Konten aus Google Wallet entfernt. Die direkte Integration ist damit dauerhaft beendet. Wer weiterhin über Google Wallet kontaktlos zahlen möchte, kann dies nur noch über eine virtuelle PayPal-Mastercard tun. Für Händler, die PayPal als Zahlungsoption bewerben, besteht Klärungsbedarf in der Kundenkommunikation.
