Nächste Millionenstrafe: Frankreich geht erneut gegen Shein vor
Frankreich hat Shein erneut zu einer hohen Zahlung verpflichtet. Die DGCCRF verhängte eine Strafe von 22 Millionen Euro, nachdem eine Untersuchung im vergangenen Jahr mehrere Verstöße ergeben hatte. Die Behörde sieht klare Probleme bei Informationspflichten, die im Onlinehandel vorgeschrieben sind.
Fehlende Angaben in Bestellbestätigungen
Im Zentrum der Kritik stehen unvollständige Bestellinformationen. Laut DGCCRF fehlten in den Bestätigungen wichtige Pflichtangaben. Dazu gehören Preis, Bestelldatum, Lieferzeitraum und Daten zum Verkäufer. Auch Hinweise zu Garantie und Widerrufsrecht sollen nicht enthalten gewesen sein. Die Behörde bewertet diese Lücken als Verstoß gegen die Verbraucherverordnung.
Widerrufsrecht und Umweltinformationen im Fokus
Neben den fehlenden Angaben sieht die DGCCRF weitere Probleme. Kundinnen und Kunden hätten nicht unter den vorgesehenen Bedingungen vom Kauf zurücktreten können. Zusätzlich bemängelt die Behörde unzureichende Informationen zu Umweltstandards, insbesondere bei Produkten, die Mikroplastik enthalten könnten.
Aspekte, die für die Behörde entscheidend waren
- Unvollständige Bestellinformationen mit fehlenden Pflichtangaben
- Nicht korrekt umgesetztes Widerrufsrecht
- Lücken bei Umweltinformationen zu Produkten mit möglichem Mikroplastikanteil
Reaktion von Shein
Shein weist die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher erklärt, dass die Strafe angefochten werde. Das Unternehmen betont, dass kein Schaden für Verbraucher entstanden sei. Die fehlenden Angaben seien im Kundenkonto verfügbar gewesen. Bei den Umweltinformationen habe ein technischer Fehler vorgelegen. Die Höhe der Sanktion hält Shein für unverhältnismäßig.
Fortsetzung früherer Maßnahmen
Die aktuelle Strafe steht nicht isoliert. Bereits im Vorjahr hatte Frankreich eine Zahlung von 40 Millionen Euro gegen Shein verhängt. Damals ging es um irreführende Preisnachlässe. Die neue Entscheidung zeigt, dass die Behörden ihre Maßnahmen fortsetzen und den Druck auf den Onlinehändler weiter erhöhen.
Die erneute Sanktion verdeutlicht, das Frankreich bei Verstößen gegen Verbraucherrechte konsequent vorgeht. Für Shein bedeutet das zusätzliche Anforderungen an interne Abläufe und Informationsprozesse.
