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DHL stellt GoGreen ein: EU‑Regeln erzwingen kompletten Neustart

Ab September 2026 gelten in der EU neue Regeln gegen Greenwashing. Sie verlangen klare Nachweise für Umweltversprechen. Aussagen zu Nachhaltigkeit müssen belegt sein und dürfen nicht auf externen Ausgleichsmechanismen beruhen. Diese Vorgaben betreffen auch DHL: das Unternehmen stellt deshalb den langjährigen Service GoGreen ein.

GoGreen-Aus für DHL: Abschied vom bisherigen Service

GoGreen wird zum 31. August 2026 vollständig abgeschaltet. Der Dienst existierte seit 2011 und basierte auf der Kompensation von Transportemissionen über Klimaschutzprojekte. Dieses Modell erfüllt die neuen gesetzlichen Anforderungen nicht mehr. Die EU akzeptiert künftig nur noch Maßnahmen, die Emissionen innerhalb der eigenen Wertschöpfungskette reduzieren.

GoGreen Plus ersetzt das alte Konzept

Mit der Einstellung des bisherigen Angebots rückt GoGreen Plus in den Mittelpunkt. Der neue Ansatz setzt auf direkte Emissionsreduktion im Logistiknetz. DHL verweist auf Elektrofahrzeuge, alternative LKW‑Antriebe, eigene Güterzüge und Photovoltaikanlagen. Die erzielten Einsparungen werden über einen Book‑and‑Claim‑Mechanismus Geschäftskunden zugerechnet. Ab September 2026 ist GoGreen Plus auch automatisch Bestandteil nationaler und internationaler Privatkunden‑Pakete im deutschen Transportabschnitt, sofern die Händler es nicht aktiv abbestellen.

Parallel zur Umstellung verkauft die Deutsche Post derzeit Versandkartons mit GoGreen‑Logo vergünstigt ab. Die Rabatte liegen bei bis zu 20 Prozent. Die Bestände sollen bis Mitte September 2026 aus dem Sortiment verschwinden. Betroffen sind sowohl Filialen als auch der Onlineshop.

Warum die EU‑Regeln so weitreichend sind

Die neuen Vorgaben sollen irreführende Umweltwerbung verhindern. Unternehmen müssen künftig belegen, wie ihre Umweltversprechen zustande kommen. Ein CO₂‑Ausgleich außerhalb der eigenen Prozesse reicht nicht mehr aus. Genau dieses Prinzip bildete die Grundlage des bisherigen GoGreen‑Modells. Die EU verlangt nun konkrete Reduktionen im eigenen Betrieb. DHL nennt diese gesetzlichen Änderungen als entscheidenden Grund für die Neuausrichtung.

Reaktionen auf die neuen Anforderungen

DHL bewertet die strengeren Regeln positiv. Andere Unternehmen äußern Kritik. Sie bemängeln, dass bereits produzierte Verpackungen und Werbematerialien vorzeitig entsorgt werden müssen. Das könne zusätzliche Kosten und unnötige Abfälle verursachen. Viele Händler stoßen sich auch daran, dass Go Green Plus voraktiviert wird und von ihnen aktiv abbestellt werden muss.

Die neuen Vorgaben wirken bereits vor ihrem offiziellen Start. Der laufende Abverkauf der GoGreen‑Verpackungen zeigt, wie stark die Änderungen in der Praxis greifen. Unternehmen müssen ihre Umweltkommunikation anpassen und bestehende Materialien überarbeiten, um den neuen Anforderungen zu entsprechen.