Zoll legt Jahresbilanz 2025 vor: Abfertigungsvolumen erreicht neuen Höchststand
Die Bundeszollverwaltung blickt für das Jahr 2025 auf ein außergewöhnlich hohes Arbeitsaufkommen zurück. Bei der Vorstellung der Jahreszahlen am 12. Mai 2026 am Flughafen Leipzig/Halle präsentierten Bundesfinanzminister Lars Klingbeil und GZD-Präsident Dr. Armin Rolfink ein Rekordniveau bei der Warenabfertigung. Der Standort gilt als eines der zentralen europäischen Drehkreuze für internationale Luftfracht und E‑Commerce-Sendungen.
Rekordwerte durch stark wachsenden E‑Commerce
Insgesamt bearbeitete der Zoll rund 790 Millionen Warenpositionen mit einem Gesamtwert von etwa 1,4 Billionen Euro. Gegenüber 2024 stieg das Volumen deutlich an. Besonders der Import aus Nicht‑EU-Staaten trug dazu bei: Im Bereich Post- und Kuriersendungen kamen rund 192 Millionen zusätzliche Warenpositionen hinzu. Die Behörde führt dies auf den anhaltenden Boom im Onlinehandel zurück.
Um die steigenden Mengen zu bewältigen, setzt der Zoll verstärkt auf digitalisierte Abfertigungsprozesse und flexible Personalstrukturen, die eine bundesweite Unterstützung zwischen den Dienststellen ermöglichen. Für Unternehmen, die Waren aus Drittländern beziehen, bedeutet dies eine engere Überwachung der Lieferketten.
Bekämpfung von Fälschungen, Schmuggel und illegaler Beschäftigung
Neben der Abfertigung großer Warenmengen verzeichnete der Zoll auch im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung hohe Fallzahlen. 2025 wurden 4,6 Millionen gefälschte Produkte im geschätzten Wert von knapp 450 Millionen Euro sichergestellt. Zudem beschlagnahmte die Behörde 69 Tonnen Betäubungsmittel, 256 Millionen Zigaretten und rund 7.500 unerlaubte Waffen.
Die Finanzkontrolle Schwarzarbeit leitete bundesweit mehr als 98.200 Strafverfahren sowie über 52.100 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Der festgestellte Schaden durch Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung belief sich auf rund 675 Millionen Euro.
157 Milliarden Euro Einnahmen
Als Einnahmeverwaltung erzielte der Zoll 2025 rund 157 Milliarden Euro. Dazu zählen etwa 74 Milliarden Euro Einfuhrumsatzsteuer, 65 Milliarden Euro Verbrauchsteuern und rund 6 Milliarden Euro Zölle, die in den EU-Haushalt fließen.
Mehr Personal und zusätzliche Befugnisse
Angesichts der wachsenden Aufgaben kündigte Finanzminister Klingbeil an, die Zollverwaltung im laufenden Jahr um 1.500 Stellen zu verstärken. Darüber hinaus sollen neue Befugnisse und technische Werkzeuge die Durchsetzung von Vorschriften weiter verbessern und die Leistungsfähigkeit der Behörde erhöhen.

