Cleverbuy Insolvenz: Beschwerden, Zahlungsverzug und ein abruptes Ende
Die Entwicklung rund um Cleverbuy hat sich über Monate zugespitzt. Immer mehr Kunden meldeten ausbleibende Auszahlungen, verzögerte Rückmeldungen und nicht eingehaltene Fristen. Diese Probleme führten schließlich zu einem Insolvenzantrag und zur sofortigen Einstellung des Geschäftsbetriebs.
Anhaltende Verzögerungen bei Auszahlungen
Schon 2024 meldeten Verbraucherschützer zahlreiche Fälle, in denen Kunden ihr Geld nicht wie vereinbart erhielten. Die Verzögerungen reichten von mehreren Wochen bis hin zu Monaten. Anfang 2026 wiederholte sich dieses Muster. Die Verbraucherzentrale Brandenburg sprach von vielen Betroffenen, deren Auszahlungen nicht innerhalb der zugesicherten Fristen erfolgten. Die öffentliche Bewertung zeigte die Folgen. Mit 1,2 Sternen auf Google war das Vertrauen bereits stark beschädigt.
Rechtliche Vorwürfe und zunehmender Druck
Parallel zu den finanziellen Schwierigkeiten geriet Cleverbuy auch juristisch unter Druck. Medien berichteten über Verfahren gegen Verantwortliche des Unternehmens. Der Vorwurf: gewerbsmäßiger Betrug in 115 Fällen. Dabei soll es um fehlende oder nur teilweise ausgezahlte Beträge sowie um Technik gegangen sein, die mit gefälschtem Siegel als neuwertig verkauft worden sein soll.
Der operative Stillstand und die Folgen
Erst nach dieser langen Phase zunehmender Kritik informierte Cleverbuy auf seiner Website über den nächsten Schritt. Wegen Zahlungsproblemen wurde ein Insolvenzantrag gestellt. Gleichzeitig stoppte das Unternehmen den Handel mit gebrauchter Elektronik. Einsendungen sollen nicht mehr erfolgen.
Das Unternehmen wurde 2019 in Krefeld gegründet und arbeitete nach dem klassischen Re-Commerce-Modell. Geräte wurden eingeschickt, geprüft und bewertet. Danach folgte ein Angebot, eine Auszahlung oder die Rücksendung des Geräts.
Die zentralen Faktoren, die zum Zusammenbruch führten:
- anhaltende Liquiditätsprobleme und ausbleibende Auszahlungen
- wachsender Vertrauensverlust durch schlechte Bewertungen
- rechtlicher Druck durch laufende Verfahren
Gescheiterte Gespräche und unklare Perspektive
Ein möglicher Verkauf an die DIS-Connect GmbH wurde zwar diskutiert, kam aber nicht zustande. Wie es weitergeht, hängt nun vom noch zu bestimmenden Insolvenzverwalter ab.
Für Kunden bleibt die Lage unsicher. Offene Forderungen müssen im Insolvenzverfahren angemeldet werden. Ob und in welchem Umfang Gläubiger entschädigt werden, ist derzeit offen.

