Rechtliches

EU verschiebt Einführung zentraler KI‑Regeln: Neuer Zeitplan für den AI Act

Die EU‑Mitgliedstaaten haben sich darauf verständigt, wichtige Teile des europäischen KI‑Gesetzes später anzuwenden. Die Verschiebung betrifft vor allem Vorgaben für generative künstliche Intelligenz und risikoreiche Systeme. Unternehmen sollen dadurch mehr Zeit für die Umsetzung erhalten. Dies hatte die EU Kommission im November 2025 vorgeschlagen.

Neuer Starttermin für risikoreiche KI‑Systeme

Die Regeln für risikoreiche KI‑Anwendungen sollen nach dem Willen der EU Kommission erst im Dezember 2027 gelten. Entsprechend verschiebt sich die Umsetzung für Hochrisiko-Ki auf Dezember 2028. Der Termin liegt rund 16 Monate hinter dem ursprünglichen Plan. Grundlage dafür ist ein Vorschlag der EU‑Kommission aus dem November. Die Anpassung soll den Aufwand für die technische Umsetzung abfedern.

Verzögerter Beginn der Durchsetzung

Das europäische KI‑Amt sollte ursprünglich ab August mit Teilen der Überwachung beginnen. Dieser Start verschiebt sich ebenfalls. Bevor die Änderungen endgültig gelten, müssen sich die EU‑Staaten und das Europäische Parlament noch auf einen gemeinsamen Text einigen. Außerdem soll die Zeit genutzt werden, um das Europäische Amt für künstliche Intelligenz zu stärken.

Der AI Act als umfassender Rechtsrahmen

Der AI Act definiert umfangreiche Pflichten für Anbieter generativer KI. Dazu zählen Anforderungen an Trainingsprozesse und Transparenz. Systeme wie ChatGPT oder Gemini müssen offenlegen, wie ihre Modelle aufgebaut sind und welche Vorgaben sie erfüllen. Für kleinere und mittlere Unternehmen werden derzeit noch Ausnahmeregeln erstellt.

Die EU‑Kommission hatte das Gesetz als ersten vollständigen Rechtsrahmen für künstliche Intelligenz vorgestellt.

Geplante Ergänzungen nach Kritik an KI‑Funktionen

Nach zunehmender Kritik an KI-Funktionen planen Verantwortliche in den kommenden Monaten strengere Vorgaben. Künftig soll es untersagt sein, mithilfe künstlicher Intelligenz ohne Zustimmung der betroffenen Personen sexualisierte oder intime Darstellungen zu erstellen. Auch KI-Darstellungen von sexuellem Kindesmissbrauch sollen verboten werden.

Die Diskussion wurde unter anderem durch Vorgänge auf der Plattform X des Unternehmers Elon Musk ausgelöst. Dort gelang es Nutzern Ende 2025 zeitweise, den KI-Chatbot Grok dazu zu bringen, hochgeladene Bilder zu sexualisieren.