Neue EU‑Gebühr ab November: Was sich für Importe ändert
Ab dem 1. November führt die EU eine zusätzliche Bearbeitungsgebühr für Pakete aus Drittstaaten ein. Diese Abgabe wird von den nationalen Zollbehörden erhoben. Die EU‑Kommission legt die genaue Höhe noch fest. Mit dieser Gebühr sollen die steigenden Kosten für Kontrolle und Sichtung von Importen gedeckt werden.
Die neue Abgabe kommt zusätzlich zu anderen bereits beschlossenen Maßnahmen. Dadurch verändert sich die Kostenstruktur für Sendungen aus Nicht‑EU‑Ländern deutlich.
Bereits ab Juli: Pauschalabgabe für Pakete bis 150 Euro
Bevor die November‑Gebühr greift, tritt schon im Juli eine Pauschalabgabe in Kraft. Für jedes Paket mit einem Warenwert bis 150 Euro werden drei Euro fällig. Diese Regel gilt als Übergangslösung, bis die digitale Zollplattform startet. Der Start dieser Plattform ist für 2028 vorgesehen. Ab dann sollen alle Waren ab dem ersten Euro zollpflichtig werden.
Warum die EU die Gebühren anpasst
Die EU verfolgt das Ziel, gleiche Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Händler sollen unabhängig vom Standort unter denselben Regeln arbeiten. Ob sich Preise für Verbraucher verändern, ist offen. Bei sehr günstigen Artikeln kann es jedoch schwieriger werden, Versand und Gebühren wirtschaftlich abzudecken, wenn mehrere Abgaben zusammenfallen.
Hohe Paketmengen durch internationale Plattformen
Die neuen Regeln betreffen vor allem Anbieter, die große Mengen günstiger Produkte in die EU liefern. 2024 kamen laut EU‑Kommission täglich rund zwölf Millionen Pakete in der EU an. Ein erheblicher Teil entfiel auf Plattformen wie Shein, Temu oder AliExpress.
In Deutschland wurden laut Handelsverband täglich rund 400.000 Pakete von Shein und Temu verschickt. Ihr gemeinsamer Umsatz lag 2024 zwischen 2,7 und 3,3 Milliarden Euro. Mehr als 14 Millionen Menschen in Deutschland bestellten im selben Jahr bei einem der beiden Anbieter.
Kritik an Produktqualität und Marktbedingungen
Die Debatte um diese Plattformen läuft seit Längerem. Genannt werden unter anderem:
- geringe Kontrollen
- Qualitätsprobleme
- unfaire Wettbewerbsbedingungen
Diese Kritikpunkte begleiten die Diskussion über die neuen Zollmaßnahmen.
Teil einer umfassenden Zollreform
Die Bearbeitungsgebühr ab November ist ein Baustein einer größeren Reform des EU‑Zollrahmens. Weitere Maßnahmen sollen den globalen Handel vereinfachen, die Zollerhebung effizienter machen und die Kontrolle unsicherer oder nicht konformer Waren verstärken.

