Marktplätze

Einführung in die neue Wallet‑Funktion für europäische Amazon‑Seller

Die Einführung des Amazon Seller Wallet für eurobasierte Marktplätze verändert die Art, wie Verkaufserlöse innerhalb von Seller Central verwaltet werden. Die Funktion war zuvor nur für USD im US‑Store verfügbar. Jetzt steht sie auch in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Irland und den Niederlanden bereit. Damit entsteht eine einheitliche Struktur für Händler, die in mehreren Regionen aktiv sind.

Verwaltung von Erlösen direkt im Wallet

Das Wallet dient als zentraler Ort für Umsätze. Beträge können im Konto gehalten und jederzeit eingesehen werden. Die Erweiterung auf EUR ergänzt die bestehende USD‑Variante. Händler erhalten damit eine Lösung, die internationale Zahlungsströme innerhalb einer Oberfläche abbildet. Die Verwaltung erfolgt vollständig in Seller Central.

Bedeutung für international aktive Händler

Die Erweiterung auf EUR‑Stores erleichtert die Verwaltung von Einnahmen aus verschiedenen Regionen. Wer in den USA und Europa verkauft, kann beide Währungen innerhalb einer Infrastruktur steuern. Das unterstützt die Planung des Cashflows, das Währungsmanagement und die Abwicklung grenzüberschreitender Zahlungen. Bei schwankenden Wechselkursen kann der Zeitpunkt der Umrechnung eine Rolle spielen.

Steuerung von Liquidität und Währungsumrechnung

Die Wallet‑Funktion ermöglicht es, Erlöse in USD oder EUR zu halten und den Zeitpunkt der Umrechnung selbst zu bestimmen. Vor jeder Transaktion werden die Wechselkurse angezeigt. Überweisungen auf das eigene Bankkonto lassen sich manuell auslösen oder automatisch einrichten. Die Intervalle reichen von wöchentlich bis monatlich. Für internationale Transfers fällt jeweils eine Gebühr an, die sich mit wachsendem Volumen reduziert.

Zahlungen an Lieferanten und Steuerbehörden

Über das Wallet können auch Lieferanten bezahlt werden. Zusätzlich lassen sich Umsatzsteuerverpflichtungen in mehreren europäischen Ländern begleichen. Im USD‑Bereich sind Zahlungen an Lieferanten in den USA oder Hongkong möglich. Seller Central entwickelt sich damit zu einer Plattform, die operative und finanzielle Abläufe bündelt.

Amazons Ausbau des Finanz‑Ökosystems

Amazon hält mit diesem Schritt die Gelder bei sich. Die Hoffnung könnte wohl sein, dass die Händler das Geld aus Bequemlichkeit gleich bei Amazon liegenlassen, statt es zu einer Bank zu transferieren. Somit kann Amazon mit dem Geld arbeiten und Gewinne erwirtschaften. Andere Plattformen wie z.B. Ebay, gehen einen ähnlichen Weg.

Wer kann sich noch an die Zeit erinnern, als Paypal ganz massiv und bei sehr vielen Händlern immer wieder Totalblockaden verhängte, die so manchen Richtung wirtschaftlichen Ruin trieb? Amazon scheint sich in diese Fußstapfen zu begeben. Wer sich darauf verlässt, sein Geld zur Verfügung zu haben, wenn er es braucht, könnte verloren sein. Von dieser Wallet können wir nur abraten – sie nutzt nur einem: Amazon.