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Unerwartete Entlassungswelle bei Ebay: Warum der Konzern trotz Wachstum Stellen streicht

Ebay startet eine weltweite Reorganisation und baut 800 Arbeitsplätze ab. Die Kürzungen betreffen alle Bereiche des Unternehmens. Auch das Deutschlandgeschäft ist eingeschlossen. Mitarbeitende erhielten die Nachricht per E-Mail, gefolgt von Gesprächen am nächsten Tag. Der Konzern erklärt, dass die Struktur stärker an strategische Ziele angepasst werden soll.

Frühere Einschnitte als Vorläufer

Vor zwei Jahren hatte Ebay bereits 1000 Stellen gestrichen. Damals hieß es, dass Verwaltung und Kosten schneller gewachsen seien als das operative Geschäft. Die damalige Begründung: flexibel bleiben und auf wirtschaftliche Entwicklungen reagieren. Die jetzigen Maßnahmen knüpfen an diese Linie an.

Starke Geschäftszahlen im Hintergrund

Die Entlassungswelle fällt in eine Phase, in der Ebay wirtschaftlich gut dasteht. Der Umsatz stieg 2025 um acht Prozent auf 11,1 Milliarden Dollar. Das Nettoergebnis lag bei zwei Milliarden Dollar. Der operative Cashflow erreichte 2,8 Milliarden Dollar. Für das erste Quartal erwartet das Unternehmen rund drei Milliarden Dollar Umsatz, was über vielen Prognosen liegt.

Re-Commerce als Wachstumsmotor

Der Handel mit gebrauchten Produkten, aufbereiteten Geräten und Sammlerstücken gewinnt weiter an Bedeutung. Das Handelsvolumen auf der Plattform stieg 2025 um sieben Prozent auf 79,6 Milliarden Dollar. Das schwächere Konsumklima in den USA könnte diesen Trend verstärken, da viele Käufer verstärkt auf günstigere Alternativen achten.

Zentrale Faktoren, die Ebays aktuelle Lage prägen

  • Re-Commerce wächst und stärkt das Kerngeschäft
  • Konsumklima begünstigt den Kauf gebrauchter Produkte
  • Gerichtsurteil zur Zollpolitik entlastet den Onlinehandel
  • Tech-Konzerne setzen branchenweit auf Personalabbau

Ausbau des Secondhand-Segments

Ebay plant den Kauf der Modeplattform Depop. Der Preis liegt bei 1,2 Milliarden Dollar. Depop gehörte zuvor Etsy, das vor fünf Jahren noch mehr dafür bezahlt hatte. Mit der Übernahme erweitert Ebay sein Angebot im Bereich Secondhand-Mode und stärkt die Position im Re-Commerce.

Veränderungen im E-Commerce-Umfeld

Ein Urteil des US Supreme Court setzt Grenzen für frühere Zollmaßnahmen. Viele Onlinehändler hatten unter den Zöllen gelitten. Nach der Entscheidung stiegen die Aktienkurse großer E-Commerce-Unternehmen deutlich. Das Umfeld für digitale Handelsplattformen hat sich dadurch spürbar verbessert.