Amazon führt DD+7 ein: Verzögerte Auszahlungen verändern die Händlerpraxis
Amazon stellt weltweit auf das Modell „Lieferdatum+7“ um. Die Änderung gilt ab dem 5. März 2026, in Deutschland ab dem 12. März. DD+7 bedeutet, die Freigabe von Geldern erfolgt künftig erst sieben Tage nach bestätigter Zustellung. Bei Sendungen ohne Tracking zählt der geschätzte Zustelltermin. Durch Versand- und Lieferzeiten verlängert sich der Zeitraum bis zum tatsächlichen Zahlungseingang häufig wohl eher auf neun Tage. Die Einführung war ursprünglich früher geplant, wurde jedoch verschoben.
Auswirkungen auf den Zahlungsfluss
Mit DD+7 vereinheitlicht Amazon das Auszahlungsmodell für Marketplace-Händler. Zwischen Versand, Zustellung und Auszahlung entsteht eine zusätzliche Zeitspanne. Diese variiert je nach Lieferweg, Tracking-Qualität und Versandart. Besonders bei längeren Transportwegen oder Verzögerungen kann sich die Auszahlung spürbar nach hinten verschieben. Händler müssen ihre Abläufe darauf einstellen und die Liquiditätsplanung anpassen.
Empfehlungen zur Vorbereitung
Amazon weist darauf hin, die eigene Liquidität zu prüfen und mögliche Engpässe einzuplanen. Aus den Hinweisen ergeben sich mehrere sinnvolle Maßnahmen:
- Versand mit vollständigem Tracking, um Zustelldaten eindeutig nachzuweisen
- Prüfung, ob FBA für bestimmte Produkte Vorteile bringt
- Anpassung von Zahlungszielen und Sicherheitsbeständen
- Überwachung der Lieferperformance, um Verzögerungen früh zu erkennen
Unterschiedliche Reaktionen im Händlerumfeld
Die Umstellung sorgt für geteilte Meinungen. Einige Händler sehen steigende Risiken durch spätere Auszahlungen. Andere begrüßen klarere Strukturen. Ein wiederkehrender Punkt ist die mögliche Begünstigung von FBA, da Zustellungen dort meist schneller bestätigt werden. Bei FBM kann es dagegen zu längeren Wartezeiten kommen, wenn unklare oder fehlende Trackingdaten vorliegen. Einige Händler wollen daher das Kartellamt anrufen (Die E-Mail Adresse lautet übrigens externe-meldestelle@bundeskartellamt.bund.de)
Verschiebung des Risikos auf Händlerseite
Mit DD+7 verlagert sich die Vorfinanzierungslast stärker auf die Händler. Die Auszahlung erfolgt später, während Kosten für Ware, Versand und Betriebsmittel unverändert früh anfallen. Die neue Richtlinie verändert damit nicht nur den Zahlungsrhythmus, sondern auch die finanzielle Planung im Tagesgeschäft.

