KI beim Einkaufen: Offenheit ja – aber nur mit klaren Grenzen
Der Finanzanbieter Riverty und die Plattform Ayden haben eine Umfrage zum Thema KI im Handel durchgeführt: sind Nutzer:innen bereit, eine KI unbeauftsichtig für sie einkaufen gehen zu lassen?
Wie Verbraucher KI beim Einkaufen bewerten
Künstliche Intelligenz übernimmt im Handel zunehmend Aufgaben, die früher manuell erledigt wurden. Dazu gehören Produktsuche, Preisvergleich, Auswahl und sogar der Bezahlvorgang. Für Händler entsteht damit ein neuer Vertriebskanal, während alltägliche Einkäufe theoretisch delegiert werden könnten. Die Umfrage macht jedoch deutlich, dass diese Entwicklung nur unter bestimmten Bedingungen Zustimmung findet.
Finanzielle Limits als wichtigste Voraussetzung
Ein klarer Kostenrahmen ist für viele entscheidend. Rund die Hälfte der Befragten würde einer KI maximal 50 Euro pro Monat anvertrauen. Weitere Gruppen akzeptieren höhere Beträge, bleiben aber zurückhaltend. Jüngere Altersgruppen zeigen mehr Offenheit für größere Budgets, während ältere deutlich vorsichtiger agieren. Insgesamt bleibt die Bereitschaft gering, Kaufentscheidungen vollständig zu automatisieren. 46 Prozent der Befragten waren skeptisch, 44 Prozent hatten Angst vor Kontrollverlust.
Kontrolle bleibt unverzichtbar
Der Wunsch nach Eingriffsmöglichkeiten zieht sich durch alle Altersgruppen. 93 Prozent möchten Entscheidungen jederzeit einsehen oder stoppen können. 79 Prozent möchten vorher wissen, wie die KI zu ihrer Entscheidung kommt. Fast die Hälfte wünscht eine menschliche Bestätigung jeder Bestellung. Besonders bei teuren oder sensiblen Produkten gilt eine manuelle Freigabe als notwendig. Frauen sprechen sich häufiger für zusätzliche Absicherung aus als Männer.
Die Bereitschaft, KI einzusetzen, hängt stark vom Sortiment ab. Am höchsten ist sie bei Unterhaltungsartikeln. Elektronik und Lebensmittel folgen. Zurückhaltender reagieren Verbraucher bei Kinderspielzeug sowie bei Produkten aus den Bereichen Schönheit und Gesundheit. Das zeigt, dass automatisierte Einkaufsprozesse je nach Kategorie unterschiedlich gestaltet werden müssen.
Emotionen beeinflussen die Haltung zur KI
Skepsis und das Gefühl von Kontrollverlust prägen die Wahrnehmung. Gleichzeitig besteht Neugier, besonders bei jüngeren Befragten – immerhin ein Drittel ist neugierig auf das, was kommt. Transparente Informationen zur Datennutzung und zu Entscheidungswegen würden das Vertrauen stärken. Bekannte Marken genießen dabei einen deutlichen Vorteil gegenüber weniger etablierten Anbietern.
Bezahlmethoden, die Vertrauen schaffen
Beim Bezahlen bevorzugen Verbraucher Verfahren, die Sicherheit vermitteln. Der Rechnungskauf gilt für mehr als die Hälfte als vertrauenswürdigste Option. Kreditkarte und Lastschrift folgen mit Abstand. Rund 70 Prozent geben an, dass Rechnungskauf oder Buy Now, Pay Later ihr Vertrauen in automatisierte Einkäufe erhöhen würden. Die Hälfte der Befragten würden der KI allerdings höchstens 50 Euro anvertrauen, vor allem ältere Nutzer:innen – die junge Generation würde der KI auch ein Monatsbudget von 250 Euro geben.
Nicht für alle Produkte geeignet
Vor allem konkret benennbare Produkte (Name, Artikelnummer oder EAN Nummer), bei denen es nahezu egal ist bei wem man sie kauft, würden die Befragten einer KI zum Einkauf überlassen. Also zum Beispiel Unterhaltungselektronik. Sobald es um Mode, Kinderspielzeug, Schönheits- oder Gesundheitsprodukte geht, steigt die Vorsicht – und das ist wohl auch gut so.
Was Händler aus den Ergebnissen ableiten können
Die Untersuchung zeigt, dass KI-gestütztes Einkaufen nicht grundsätzlich abgelehnt wird. Entscheidend sind nachvollziehbare Abläufe, klare Eingriffsmöglichkeiten und vertraute Rahmenbedingungen. Händler, die diese Erwartungen berücksichtigen, können KI als zusätzlichen Kanal nutzen, ohne das Vertrauen ihrer Kunden zu gefährden.

