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Konsumklima Januar 2026: Leichter Auftrieb, aber weiterhin Zurückhaltung

Das neue Jahr startet mit einer stabileren Verbraucherstimmung. Das HDE‑Konsumbarometer steigt im Januar 2026 leicht auf 95,54 Punkte. Damit liegt der Wert etwas höher als im Vormonat und auch über dem Niveau des Vorjahres. Die Daten zeigen eine vorsichtige Verbesserung, während die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiterhin herausfordernd bleiben.

Wirtschaftliche Ausgangslage zu Jahresbeginn

Die wichtigsten Wirtschaftsinstitute rechnen 2026 mit einem moderaten Wachstum. Die Prognosen bewegen sich meist um ein Prozent. Dieses Plus entsteht vor allem durch staatliche Ausgabenprogramme. Ein selbsttragender Aufschwung ist laut Studie jedoch nicht erkennbar.

Mehrere Faktoren bremsen die Entwicklung:

  • verzögerte staatliche Ausgaben
  • fehlende Reformen
  • hohe Belastungen für Unternehmen
  • schwache Investitionsbereitschaft
  • belastete Exportwirtschaft durch US‑Zollpolitik

Gleichzeitig zeigen einzelne Konjunkturdaten aus dem Herbst 2025 leichte Verbesserungen bei Auftragseingängen, Produktion und Exporten. Das Bild bleibt dennoch uneinheitlich.

Arbeitsmarkt und Unternehmensstimmung

Der Arbeitsmarkt entwickelt sich weiter schwach. Die Arbeitslosenzahl steigt im Dezember 2025 auf 2,908 Millionen. Auch das IAB‑Arbeitsmarktbarometer und das ifo‑Beschäftigungsbarometer sinken. Die Unternehmensstimmung bleibt gedämpft. Der ifo‑Geschäftsklimaindex fällt auf 87,6 Punkte. Gleichzeitig verbessern sich die Konjunkturerwartungen der Finanzmarktexperten im ZEW‑Index.

Verbraucherstimmung: leichte Erholung zum Jahresstart

Das HDE‑Konsumbarometer zeigt im Januar eine kleine Aufwärtsbewegung. Die Verbraucher blicken etwas optimistischer auf die kommenden Monate als noch im Dezember und auch positiver als vor einem Jahr. Ob daraus ein stabiler Trend entsteht, bleibt offen. Die Stimmung bleibt empfindlich gegenüber wirtschaftlichen Unsicherheiten.

Anschaffungsneigung und Sparverhalten

Nach dem Weihnachtsgeschäft nimmt die Kaufbereitschaft ab. Die Anschaffungsneigung sinkt auf 85,10 Punkte. Der Rückgang ist gering, zeigt aber eine klare Zurückhaltung. Parallel steigt die Sparneigung auf 108,58 Punkte. Aufgrund der inversen Berechnung bedeutet dies, dass Haushalte mehr sparen wollen. Ein deutlicher Anstieg des privaten Konsums ist kurzfristig nicht zu erwarten.

Einkommens- und Konjunkturerwartungen

Die Erwartungen an die eigene Einkommensentwicklung verbessern sich leicht. Der Index steigt auf 98,22 Punkte. Auch die Konjunkturerwartungen legen zu und erreichen 79,66 Punkte. Beide Werte liegen über dem Niveau des Vorjahres. Diese Entwicklung trägt zur etwas positiveren Grundstimmung bei.

Preis- und Zinserwartungen

Die Verbraucher rechnen mit weiter sinkenden Preissteigerungen. Die Preiserwartungen steigen konstruktionsbedingt auf 98,74 Punkte. Die Zinserwartungen bleiben nahezu unverändert bei 109,61 Punkten. Die Haushalte gehen damit von stabilen Zinsen aus.

Vorsichtiger Optimismus, aber keine Trendwende

Der Januar 2026 zeigt eine leichte Verbesserung der Verbraucherstimmung. Die Haushalte blicken etwas zuversichtlicher auf Einkommen und Konjunktur. Gleichzeitig bleibt die Kaufbereitschaft niedrig, und die Sparneigung steigt. Für eine nachhaltige Erholung des privaten Konsums braucht es stabilere wirtschaftliche Rahmenbedingungen.