Datenschutz-Gutachten wirft PayPal schwere Verstöße vor
Das Netzwerk Datenschutzexpertise hat ein Gutachten veröffentlicht, das PayPal schwer belastet. Es geht um Verstöße gegen die DSGVO und das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz (ZAG). Besonders im Fokus steht die Verarbeitung von Nutzerdaten für Werbezwecke.
Datenweitergabe und Transparenzprobleme
Das Gutachten beschreibt, dass PayPal Informationen an zahlreiche externe Unternehmen weiterleitet. Dazu gehören Kreditauskunfteien, Marketingfirmen und internationale Konzerne wie Google. Die Hinweise zu diesen Datenübermittlungen sind nur auf Englisch verfügbar und hinter einer missverständlichen Überschrift verborgen.
Kritik an Einwilligungen und Speicherdauer
Bei der Kontoerstellung ist die Zustimmung zur Datenverarbeitung voreingestellt. Laut DSGVO muss eine Einwilligung jedoch aktiv erfolgen. Zudem wird die lange Speicherdauer von zehn Jahren beanstandet. Auch der Schutz sensibler Daten wie Gesundheitsinformationen oder Berufsgeheimnisse gilt als unzureichend.
„Offsite Ads“ im Mittelpunkt
Besonders kritisch bewertet das Gutachten die Nutzung von Transaktionsdaten für das Werbeprogramm „Offsite Ads“. Diese Daten stammen aus dem Zahlungsverkehr und werden ohne ausdrückliche Zustimmung verarbeitet. Das widerspricht den Anforderungen an eine wirksame Einwilligung.
PayPal reagiert
Gegenüber Heise erklärte PayPal, das Gutachten sorgfältig zu prüfen. Das Unternehmen betont, dass die Einhaltung der EU-Datenschutzvorgaben für die Entwicklung und den Betrieb seiner Produkte zentral sei. Ziel sei ein sicheres und qualitativ hochwertiges Zahlungserlebnis.

