Digitales Verwaltungsportal „EinfachMachen“ gestartet
Die Bundesregierung hat ein neues Online-Portal freigeschaltet, das bürokratische Prozesse vereinfachen soll. Unter einfach-machen.gov.de können ab sofort Rückmeldungen zu Verwaltungsproblemen eingereicht werden. Ziel ist eine moderne, digitale und bürgernahe Verwaltung.
Fokus auf Effizienz und Wettbewerbsfähigkeit
Das Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung verfolgt mit dem Projekt das Ziel, Verwaltungsabläufe zu optimieren. Die Plattform soll helfen, Hindernisse wie doppelte Dateneingaben oder analoge Unterschriften trotz digitaler Anträge zu identifizieren. Die Rückmeldungen fließen in die Bewertung und Umsetzung konkreter Vereinfachungen ein.
Katharina Reiche vom Nationalen Kompetenzzentrum für Wirtschaft und Energie betont die wirtschaftliche Relevanz: Rund 325.000 Jobs seien allein mit dem Ausfüllen von Formularen beschäftigt. Bürokratie dürfe laut Reiche keine Innovationskraft bremsen.
Beteiligung für alle möglich
Das Portal steht verschiedenen Gruppen offen:
- Privatpersonen
- Unternehmen
- Selbstständige
- Verbände und Vereine
- Beschäftigte der Verwaltung
Die Eingabe erfolgt anonym und ohne persönliche Angaben. Nutzer füllen ein Freitextfeld aus, wählen ein Themenfeld und die betroffene Behörde. Die Bearbeitung erfolgt zunächst manuell durch ein kleines Team, später unterstützt durch künstliche Intelligenz.
KI-gestützte Auswertung und zentrale Analyse
Die eingehenden Meldungen werden zentral gesammelt, klassifiziert und ausgewertet. Dabei sind keine personenbezogenen Daten erforderlich. Die Ergebnisse sollen regelmäßig veröffentlicht werden. Der erste Bericht ist für März angekündigt. Perspektivisch übernimmt das Statistische Bundesamt die Projektverantwortung.
Umsetzung eines Koalitionsversprechens
Mit dem Portal wird ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag umgesetzt. Digitalminister Karsten Wildberger (CDU) sieht darin einen Schritt zu einer leistungsfähigen Verwaltung, die sich an den Bedürfnissen von Menschen und Unternehmen orientiert. Die Plattform ist derzeit in einer Beta-Version verfügbar und nur auf Deutsch nutzbar. Weitere Sprachversionen sind laut Wildberger geplant.

