ChatGPT ersetzt Google nicht – was Nutzer wirklich mit KI-Tools tun
Eine umfassende Studie von OpenAI und dem National Bureau of Economic Research (NBER) zeigt, wie ChatGPT tatsächlich genutzt wird. Die Analyse basiert auf 1,5 Millionen Gesprächen und beleuchtet das Verhalten von Nutzer:innen seit dem Start des Tools vor drei Jahren.
Drei Hauptnutzungsarten dominieren
Die Untersuchung identifiziert drei zentrale Einsatzbereiche:
- Praktische Anleitung und kreative Unterstützung
- Informationsrecherche
- Schreibassistenz
Rund 80 Prozent der Interaktionen fallen auf diese Kategorien. Dabei entfallen jeweils etwa 28 Prozent auf praktische Hilfe und Textarbeit. Die reine Informationssuche, wie sie bei Google üblich ist, macht nur 21,3 Prozent aus.
Kommunikationsmuster im Überblick
Auch die Art der Kommunikation lässt sich klar gliedern. Fast die Hälfte der Nutzer:innen stellt Fragen oder sucht Erklärungen. 40 Prozent nutzen ChatGPT für konkrete Aufgaben wie Textgenerierung, Planung oder Programmierung. Nur 11 Prozent verwenden das Tool für explorative oder spielerische Zwecke ohne konkretes Ziel.
Fokus liegt auf Handlung statt Recherche
Laut SEO-Experte Matthäus Michalik dienen rund 80 Prozent der ChatGPT-Nutzung nicht der Informationsbeschaffung. Das Tool wird primär eingesetzt, um direkt Lösungen zu entwickeln, Inhalte zu erstellen oder Aufgaben zu erledigen. Es ist ein „Doing“-Tool – kein Ersatz für klassische Suchmaschinen.
Einfluss auf das digitale Verhalten
Die Studie zeigt, dass ChatGPT das Nutzerverhalten im Netz verändert hat. Menschen wollen Inhalte nicht mehr nur finden, sondern direkt verarbeiten. Für schnelle Fakten bleibt die KI-Suche dennoch relevant – ähnlich wie Googles AI Overview. Suchmaschinen punkten weiterhin mit Aktualität, Quellenvielfalt und visuellen Elementen wie Bildern oder Shopping-Kacheln.
Bedeutung für Online-Shops
Für Betreiber von Webshops ergibt sich daraus ein doppelter Handlungsbedarf. Einerseits bleibt klassisches SEO essenziell, um bei Google und KI-Suchen sichtbar zu sein. Andererseits gewinnen gut strukturierte Inhalte für KI-Tools wie ChatGPT oder Gemini an Bedeutung, um eine erweiterte Nutzererfahrung zu ermöglichen.
Wirtschaftlicher Nutzen von KI
OpenAI betont den wachsenden wirtschaftlichen Wert von KI-Anwendungen. ChatGPT steigert Produktivität und Entscheidungsfähigkeit – besonders in wissensintensiven Berufen. Dennoch wird das Tool überwiegend privat genutzt: 70 Prozent der Anwendungen sind nicht beruflich motiviert.

