Massive Mängel beim Online-Shopping auf Plattformen wie Temu und Shein
Untersuchungen der Verbraucherzentrale Bundesverbands zeigen: Keines von 30 geprüften Angeboten auf Plattformen wie Temu, Shein oder Amazon Marketplace erfüllt vollständig die gesetzlichen Informationspflichten. Angaben zu Händlern – etwa Name, Adresse oder Ansprechpartner – fehlen regelmäßig oder sind unklar. Für Kund:innen wird es dadurch schwer, Rückgaben oder Garantieansprüche durchzusetzen.
Fehlende Sicherheit und Kontaktprobleme
CE-Kennzeichnungen, Warnhinweise oder technische Details fehlen bei vielen Artikeln. Spielzeug und Elektronik fallen besonders negativ auf, da sie gesundheitliche Risiken bergen. Gleichzeitig berichten Nutzer:innen über nicht erreichbare Anbieter, automatisierte Kontaktformulare und ausbleibende Antworten.
Produkte weisen häufig Mängel auf: falsche Größen, minderwertige Materialien, fehlerhafte Technik. In einigen Fällen wurde sogar gegen EU-Richtlinien (z. Bsp. gegen die EU-Produktsicherheitsverordnung – GPSR) verstoßen – trotzdem bleiben die Artikel im Angebot.
Rückversandkosten und rechtliche Schlupflöcher
Chinesische Händler verlangen oft Rücksendungen auf eigene Kosten nach China. Versand und Zoll übersteigen dabei häufig den Warenwert. Das Widerrufsrecht wird dadurch praktisch ausgehebelt – obwohl es gesetzlich verankert ist.
Falsche Identitäten und manipulierte Bewertungen
Auch seriös wirkende Plattformen wie Amazon oder Zalando sind betroffen. Chinesische Anbieter tarnen sich dort mit deutschen Unternehmensnamen. Bewertungen wirken oft gefälscht: Gleichförmige Texte und bezahlte Rezensionen über WhatsApp-Gruppen verfälschen das Bild.
Beispiele für Mängel
- Defektes Produkt für 15 €, Rückversand soll 28 € kosten
- Ein Kleid aus einem zerfällt nach dem ersten Waschen.
- Spielzeug mit Schadstoffen werden unter falschem Firmennamen verkauft.
Verbraucherschutz und politische Reaktionen
Laut dem Transatlantic Consumer Dialogue stammen ca. 80 % der Produkte auf deutschen Plattformen aus China. Vor allem in den Bereichen Spielzeug und Elektronik mangelt es an Sicherheitsstandards. Die Reaktion der Politik bleibt bislang verhalten. Zwar laufen EU-Ermittlungen gegen Temu und Shein, doch die Umsetzung des Digital Services Act bleibt lückenhaft.
Tipps für sicheren Online-Kauf
- Anbieterprofil und Impressum prüfen
- Kein Kauf bei fehlender Rücksendeadresse
- Bewertungen auf Echtheit prüfen
- Keine Vorkasse bei unbekannten Shops
- Bezahlung per PayPal oder Rechnung bevorzugen
- Bei Problemen mit dem Verkäufer direkt bei der Plattform beschweren.
Bei Betrugsverdacht
Screenshots sichern, Plattform informieren und Anzeige erstatten. Rückbuchungen über Zahlungsdienste sind möglich. Rücksendungen nach China sind in solchen Fällen nicht ratsam.

