Paketdienste

Aufschläge in Aufschlägen in Aufschlägen: Die Tricks der Paketversender

Gerade vor ein paar Tagen erhöhte GLS die Paketpreise (wir berichteten), zum ersten Mal seit 2 Jahren. Ein Paketversender, der nur alle 2 Jahre die Preise anhebt?  Klingt doch gut. Doch zusätzlich zu den eigentlichen Paketpreisen für Geschäftskunden sind inzwischen überall Zuschläge hinzukommen, die inzwischen ein Eigenleben wie ein zweites Porto entwickeln.

GLS im Vergleich zu DHL

Wie berichtet, erhöht GLS die Preise auf 4,59 (statt 4,35) bis 22 Euro (vorher 20) plus einen nicht näher benannten temporären Zuschlag rund um die Black Week und Cyber Monday.

Wie auch schon DHL, hat GLS dadurch einen Peak – in – Peak Zuschlag, d.h. in der Weihnachtssaison gibt es einen sogenannten Saisonaufschlag und innerhalb der Weihnachtssaison dann noch einmal den Black-Week Zuschlag. DHL macht das schon länger, hier gelten vom 1. November bis 31. Dezember ein Saisonaufschlag von 19 Cent pro Sendung und innerhalb der Cyber Week / Black Week nochmals 50 Cent obendrauf. GLS hingegen kommuniziert die Aufschläge und ihren Zeitraum nicht öffentlich, nur den sogenannten „Energie- und Dieselzuschlag“ von aktuell 22 Prozent.

Ach ja, und dann gibts ja seit 2024 noch den Demand Surcharge (Nachfragezuschlag) bei DHL, immer von 15. September bis zum 31. Januar, das sind auch noch einmal 30 Cent pro Sendung.
Also mal die DHL Aufschläge zusammengefasst:
Nachfragezuschlag 0,30€  (15.9. – 31.1.)
Saisonaufschlag 0,19€       (1.11. – 31.12.)
Cyber Week Aufschlag 0,50€  (24.11 – 7.12.)
> Also Ende November bis Anfang Dezember nur an Aufschlägen bereits 99 Cent pro Sendung!

Vergleich weitere Anbieter und ihre Versandkostenzuschläge

DHL Express: 
15.9.2025  – 31.01.2026:   30 Cent pro Sendung national; international je nach Gewicht und Zielregion.

UPS: 
9.9.2025 – 31.01.2026: Zuschläge variieren stark je nach Pakettyp und Land, zum Beispiel  + 7 € für zusätzliche Handhabung oder +440 € für Übergrößen

#EDIT 25.8.2025 seit dem 17.8. gibt es bei UPS auch noch sogenannte „Außengebietszuschläge“ – wenn der Endverbraucher auf dem Land lebt oder an einer anderen für UPS ungünstigen Stelle, werden 4,60 Zuschlag erhoben.

FedEx:
29.9.2925 – 18.01.2026 Zuschläge steigen je nach Volumen und Pakettyp, z.B. :  + 1,05€ für Express Sendungen oder + 0,40 – 0,65 € für Ground Residential. In den USA betragen die Zuschläge zwischen 8.25 bis 10.90 USD, bzw. bis zu 108.50 USD für Übergrößen.

Vergleichen lohnt sich

Der Vergleich zwischen den verschiedenen Anbietern lohnt sich also für Versandhändler, und es macht auch Sinn, den Endverbraucher die Wahl zwischen verschiedenen Paketdiensten zu lassen. Die einen Kunden können sich dann fürs Schneckentempo zum günstigen Preis entscheiden und die anderen für einen Anbieter, der einen besseren Ruf hat, aber eben auch teurer ist. Die Qualität der Abholung hat ja auch häufiger mit der Person des Abholers zu tun als mit dem Unternehmen an sich. In der Regel reicht ein Griff zum Telefonhörer, damit in Zukunft jemand anderes die Pakete abholt. Die Paketmengen und auch die Preise gehen zwar allesamt nach oben, aber der Konkurrenzkampf ist trotzdem hart.

 

Tipps zum Sparen

1. Frühzeitige Versandplanung
Tipp: Versende möglichst vor Beginn der Zuschlagszeiträume (z. B. vor dem 15. September bei DHL Express). Stupse deine Kunden mit Rabatten oder Newslettern in diese Richtung.
Vorteil: Keine Zuschläge, bessere Verfügbarkeit, schnellere Zustellung.

2. Volumenverlagerung auf alternative Anbieter
Beispiel: Wenn DHL Express teuer wird, kann ein Wechsel zu GLS oder DPD sinnvoll sein – je nach Sendungsart und Zielregion.
Achtung: Auch andere Anbieter erheben saisonale Zuschläge, aber oft mit anderen Schwellenwerten oder günstigeren Konditionen.

3a. Individuelle Vertragsverhandlungen
Tipp: Große Geschäftskunden können mit Paketdiensten Sonderkonditionen vereinbaren, z. B. pauschale Zuschlagsdeckel oder volumenabhängige Rabatte.
Vorteil: Zuschläge werden teilweise oder ganz erlassen, bei hohem Jahresvolumen.

3b. Anhängen an Geschäftskunden, die Sonderkonditionen haben. 
Ein Beispiel wäre die Hamburger Firma SHIPCLOUD, bei der man auch als kleinerer Versender gut sparen kann – und vor allem bequem direkt im Shop Etiketten drucken kann, je nach Sendung für unterschiedliche Versender.

4. Konsolidierung von Sendungen
Strategie: Mehrere kleine Sendungen zu einer größeren bündeln.
Vorteil: Weniger Sendungen = weniger Zuschläge pro Paket.

5. Nutzung von Off-Peak-Zeiten
Tipp: Versand außerhalb der typischen Peak-Wochen (z. B. nicht zwischen Black Friday und Weihnachten).
Vorteil: Geringere Zuschläge oder gar keine.

6. Versand über lokale oder spezialisierte Anbieter
Beispiel: In Ballungsräumen gibt es oft regionale Kurierdienste, die keine saisonalen Zuschläge erheben.
Vorteil: Günstiger und oft schneller bei kurzen Distanzen.