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Automatisierte Lieferzeit-Anpassung auf Amazon

Amazon plant, die inländischen Lieferzeiten von Drittanbietern künftig selbstständig anzupassen. Grundlage dafür ist die tatsächliche Versandleistung der Händler. Ziel ist es, die angezeigten Lieferzeitspannen besser an die realen Zustellgeschwindigkeiten anzupassen, um Kunden präzisere Angaben zum Lieferdatum zu liefern.

Der Marktplatz informiert, dass in den kommenden Wochen die Standardlaufzeiten in den Versandvorlagen aktualisiert werden – ohne dass Händler aktiv werden müssen. Diese Anpassung betrifft ausschließlich den Standardversand im Inland.

So funktioniert die Änderung

Amazon vergleicht die in den Versandvorlagen angegebenen Lieferzeiten mit der realen Performance:

  • Bei einer schnelleren tatsächlichen Lieferung wird die Lieferzeit verkürzt.
  • Ist der Versand hingegen langsamer als angegeben, verlängert Amazon die Lieferzeit automatisch.
  • Premium-, Express- und internationaler Versand bleiben unangetastet.

Ein Beispiel: Gibt ein Händler eine Lieferzeit von 5–7 Werktagen an, erfolgt die Lieferung aber regelmäßig in vier Tagen, wird die Spanne auf 3–5 Werktage reduziert.

Kritik vonseiten der Händler

Trotz Automatisierung bleibt die Verantwortung für korrekte Lieferangaben bei den Verkäufern. Diese sind irritiert, da Amazon aktiv in die Versandoptionen eingreift, obwohl sie selbst Anpassungen vornehmen könnten. Manche Händler, die bewusst längere Lieferfenster nutzen, etwa um Puffer bei Zustellungen einzubauen, sehen sich gezwungen, ihre Einstellungen regelmäßig zu kontrollieren.

Die automatisierten Änderungen erhöhen somit nicht nur den Aufwand, sondern führen auch zu Unmut – insbesondere, wenn sie nicht der strategischen Versandplanung der Händler entsprechen.