Rechtliches

Verbraucherschutzverstöße: EU-Behörden setzen Shein unter Druck

Die EU-Kommission und das Netzwerk der europäischen Verbraucherschutzbehörden (CPC-Netz) haben Shein aufgefordert, seine Praktiken anzupassen.
Kritisiert werden unter anderem:

  • Irreführende Rabattanzeigen: Rabatte beziehen sich nicht auf den ursprünglichen Preis
  • Künstliche Kauf-Fristen: Verbraucher werden durch Zeitdruck zu schnellen Entscheidungen gedrängt
  • Falsche Nachhaltigkeitsangaben: Produkte werden umweltfreundlicher dargestellt, als sie tatsächlich sind
  • Unzureichende Informationen zum Umtauschrecht: Verbraucher erhalten keine klaren Angaben zu Rücksendungen
  • Schwierige Erreichbarkeit von Ansprechpartnern: Beschwerden und Probleme lassen sich nur schwer klären
  • Nicht EU-konforme Rücksendungen: Die Verarbeitung entspricht nicht den EU-Vorschriften

Shein hat einen Monat Zeit, um Vorschläge zur Verbesserung vorzulegen und mögliche Strafen zu vermeiden.

Geschäftsmodell und Kritik an Produktqualität

Der Konzern, gegründet in China und ansässig in Singapur, agiert als Hersteller, Händler und Marktplatz zugleich. Trotz der niedrigen Preise stehen Produktqualität und Wettbewerbspraktiken in der Kritik. In einer Stellungnahme betonte Shein seine „konstruktive“ Zusammenarbeit mit den EU-Behörden und sein Bekenntnis zu EU-Recht.

Maßnahmen auch gegen Temu und geplante Regeländerungen

Nicht nur Shein, sondern auch Temu wurde von den EU-Behörden wegen ähnlicher Rechtsverstöße aufgefordert, seine Praktiken zu verbessern. Zudem wird diskutiert, eine Pauschalabgabe von bis zu zwei Euro für Pakete aus Drittstaaten einzuführen, um steigende Überwachungskosten zu decken.

Auswirkungen auf den EU-Markt

Laut EU-Kommission erreichen täglich bis zu zwölf Millionen Kleinteile europäische Verbraucher, vor allem Kleidung und Spielzeug aus China. Diese Zahl hat sich von 2023 auf 2024 verdoppelt. Die geplanten Maßnahmen sollen eine bessere Kontrolle und mehr Verbraucherschutz gewährleisten.